Sieben Tipps und mehr zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Selten sind sich Verbraucherschützer und Versicherungen einmal einig. Bei der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit (BU) ist die Meinung allerdings einhellig: Man muss sie haben! Denn jeder Vierte wird vor dem Eintritt ins Rentenalter berufsunfähig. In 85 Prozent der Fälle sind dabei Krankheiten die Ursache - vor allem psychische Erkrankungen. Auf den Staat mit der geringen Erwerbsminderungsrente kann man sich nicht verlassen. Die Kombination aus fehlendem staatlichem Schutz und dem hohen Risiko macht die private BU-Absicherung daher dringend notwendig und eine unabhängige Beratung unumgänglich.

Bei der Wahl der passenden Berufsunfähigkeit spielen neben einer bedarfsgerechten Rentenhöhe und Laufzeit auch der Gesundheitszustand sowie der Beitrag aufgrund der Berufsgruppe eine große Rolle. Darüberhinaus achte ich besonders auf neue kundenfreundliche Arbeitsunfähigkeits-Klauseln und eine hohe Leistungsquote im BU-Fall.

Drei wichtige Merkmale einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Sieben wichtige Tipps bei einer Berufsunfähigkeit

Aus meiner langjährigen Beratungspraxis haben sich die folgenden sieben Punkte als wichtig heraus kristallisiert:

  • Ein frühzeitiger Abschluss sichert ein günstiges Eintrittsalter und einen besseren Gesundheitszustand.
  • Ehrliche Antworten im Antrag verringern Streitigkeiten im Leistungsfall.
  • Eine ausreichende Rentenhöhe bzw. umfangreiche spätere Nachversicherungsgarantien sichern einen bedarfsgerechten Schutz.
  • Eine lange Laufzeit bis zum Rentenbeginn schließt eine Versorgungslücke im BU-Fall aus.
  • Die Sinnhaftigkeit einer Berufsunfähigkeit mit Kapitalbildung sollte besprochen werden.
  • Nicht nur der Preis, sondern die Kombination aus Preis, Bedingungen und Leistungsrating sind entscheidend.
  • Ein unabhängiger Vergleich ist unumgänglich, um den passenden Anbieter und Tarif oder eine sinnvolle Alternative zu finden.

Meine empfehlenswerten Anbieter für eine Berufsunfähigkeitsabsicherung sind je nach Kunden-Situation: Allianz, Alte Leipziger, AXA/DBV, Basler, Continentale, Gothaer, HDI, Nürnberger, Swiss Life, Volkswohl Bund und WWK.

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Was kann ich vom Staat erwarten?

Wer sich bei der Berufsunfähigkeit auf den Staat verlässt, ist in den meisten Fällen verlassen. Seit 2001 gibt es für alle, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, nur noch die sog. Erwerbsminderungsrente. Sie liegt im Schnitt auf Sozialhilfe-Niveau und ist an die Bedingung gekoppelt, dass der Betroffene weniger als drei Stunden bzw. weniger als sechs Stunden am Tag dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen kann. Hier ist eine sog. abstrakte Verweisung in alle Berufe möglich, sodass eine Rente selten gezahlt werden muss. Bei einer vorstellbaren Erwerbstätigkeit von drei bis sechs Stunden wird nur die halbe Erwerbsminderungsrente und bei über 6 Stunden gar keine Rente ausbezahlt.

Vorteile und Nachteile einer Berufsunfähigkeitsabsicherung

Eine private Berufsunfähigkeit zahlt Ihnen eine Rente, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf mind. 6 Monate zu mind. 50% nicht mehr ausüben können. Dabei sind alle möglichen Ursachen, egal ob Unfall oder Krankheiten vom Schutz umfasst und auch psychische Erkrankungen wie Depressionen eingeschlossen. Im Vergleich zur staatlichen Erwerbsminderungsrente ist hier keine sog. abstrakte Verweisung in andere Berufe möglich. Eine private Berufsunfähigkeitsabsicherung stellt somit die umfassendste Absicherung der Arbeitskraft dar. Leider ist eine BU-Absicherung für bestimmte Berufe und Vorerkrankungen zu teuer, sodass oft eine Alternative zur Berufsunfähigkeit sinnvoller ist, als die Rentenhöhe und Laufzeit der BU zu verringern.

Wir bieten Ihnen hier einen individuellen Vergleich für Ihren Beruf an.

Die Ursachen einer Berufsunfähigkeit

Laut den aktuellste Statistiken sind die Hauptursachen Erkrankungen der Psyche, des Bewegungsapparates, Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen. Unfälle spielen mit ca. 10% aller Fälle nur eine geringe Rolle. Aus diesem Grund ist eine Unfallversicherung auch kein Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsrente. Eine umfassende Berufsunfähigkeit oder eine Alternative zur Berufsunfähigkeit sollte immer die erste Wahl sein.  

Kosten einer Berufsunfähigkeitsabsicherung

Der monatliche Beitrag hängt von mehreren Faktoren ab. Neben dem Eintrittsalter und der konkreten beruflichen Tätigkeit (Büroanteil, Personalverantwortung) spielt auch der Gesundheitszustand eine große Rolle. Bei Zuschlägen oder hohen Beiträgen empfiehlt es sich mehrere Anbieter und Tarife zu vergleichen. Des Weiteren haben die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente und die Laufzeit einer Berufsunfähigkeit einen hohen Einfluss auf den Beitrag. Je höher die abgesicherte Rente und je länger die Versicherungsdauer, umso höher ist der Beitrag. Wird eine Berufsunfähigkeit mit Kapitalbildung oder einer sog. Beitragsrückgewähr gewählt, so erhöht sich der Beitrag zusätzlich noch um einen Sparanteil. Weitere sinnvolle Optionen wie eine ergänzende Pflegeabsicherung, eine garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall oder eine sog. Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Klausel) sind zusätzlich möglich.

Höhe der Berufsunfähigkeitsrente

Bei der Höhe der Rente empfehlen Verbraucherschützer eine Absicherung von mind. 70% des Nettoeinkommens, um im Leistungsfall alle Ausgaben weiter bezahlen zu können. Bitte beachten Sie, dass eine Berufsunfähigkeitsrente im Leistungsfall bei einem HartzIV-Anspruch angerechnet wird und auch steuerpflichtig ist. Eine bedarfsgerechte Rente ist einer der sieben wichtigen Punkte (siehe unten) bei einer Berufsunfähigkeit. Für Berufsanfänger und Studenten empfiehlt es sich auf eine hohe und umfangreiche Nachversicherungsgarantie zu achten, mit der man die Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen kann.

Laufzeit einer Berufsunfähigkeit

Es sollte hier eine möglichst lange Laufzeit bis zum Rentenbeginn abgesichert werden, da das Risiko einer Berufsunfähigkeit (Grafik Ursachen, s.o.) aufgrund des ansteigenden Krankheitsrisikos mit zunehmendem Alter steigt und die letzten Berufsjahre die entscheidenden Jahre sind. Eine Absicherung bis zum 60. Lebensjahr oder kürzer ist zwar günstiger, sichert aber nicht diesen wichtigsten Zeitraum ab und stellt somit ein hohes Risiko dar. Eine lange Laufzeit, ideal bis zum 67. Lebensjahr stellt einen weiteren der sieben wichtigen Punkte bei einer Berufsunfähigkeit dar. Für bestehende Absicherungen kann bei einem Anbieter mit einer ergänzenden Berufsunfähigkeitsversicherung die Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr „verlängert“ werden.

Berufsunfähigkeit mit Kapitalbildung

Bei diesem Punkt gehen die Meinungen auseinander. Fakt ist, dass eine Berufsunfähigkeit mit Kapitalbildung, keine „BU umsonst“ ist, da für die Kapitalbildung immer ein extra Beitrag zu zahlen ist. Dieser wird dann neben dem reinen BU-Risiko-Beitrag angelegt und führt am Ende zu einem Ablaufergebnis, welches meist für die Altersvorsorge genutzt wird. Entweder als private Rentenversicherung oder als Basis- oder Rürup-Rente. Wenn ein und derselbe Anbieter sowohl bei der Berufsunfähigkeit als auch bei der Altersvorsorge einen passenden Tarif anbietet und man im BU-Leistungsfall noch eine Weiterzahlung, ggf. sogar mit Dynamik, des Sparanteils vereinbaren kann, ist dies eine gute Lösung. Grundsätzlich wird von Verbraucherschützern und uns eine Trennung der Berufsunfähigkeit von der Altersvorsorge empfohlen.

Bedingungen einer Berufsunfähigkeit

Da es hier in den letzten Jahren aufgrund eines Bedingungswettbewerbs zwischen den Anbietern enorme Verbesserungen gegeben hat, bieten mittlerweile alle Gesellschaften ein ähnliches top Bedingungswerk mit Verzicht auf die abstrakte Verweisung und kurzem Prognosezeitraum von 6 Monaten an. Highlights sind aktuell vor allem die folgenden Punkte: lebenslange Rente im Pflegefall, Leistung bereits bei 6 monatiger Arbeitsunfähigkeit, Überbrückungsmöglichkeiten bei Zahlungsschwierigkeiten, Art und Umfang der Nachversicherungsgarantien oder die sog. Dienstunfähigkeitsklausel für Beamte.

Berufsunfähigkeit und Gesundheitsfragen

Ehrlich währt am Längsten! Wer im Antrag falsche und nicht wahrheitsgemäße Angaben macht, gefährdet seinen Versicherungsschutz. Denn bei Verletzung der sog. vorvertraglichen Anzeigepflicht muss die Versicherung nicht zahlen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn der Berater empfiehlt Vorerkrankungen, die im abgefragten Zeitraum ärztlich untersucht und behandelt wurde, nicht anzugeben, da es sich um sog. Lappalien handelt oder die Beschwerden akt. nicht bestehen. Die Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht ist einer der Hauptgründe einer Ablehnung der BU-Rente im Leistungsfall. Kommt es aufgrund der Gesundheitsangaben zur Risikozuschlägen oder Ausschlüssen, empfiehlt es sich weitere Anfragen bei anderen Gesellschaften zu stellen. Noch besser ist es, gleich vorab bei kritischen Beschwerden mehrere Voranfragen über einen unabhängigen Makler zu starten.

Wann ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeit zu empfehlen

Je früher, desto besser! Wer jung ist, zahlt dauerhaft einen geringeren Beitrag und ist in der Regel gesünder. Eine Absicherung ist sowohl für Schüler, Azubis und Studenten als auch bereits für Kinder ab dem 5. Lebensjahr möglich. So sichert man früh den wichtigen Gesundheitszustand ab und kann die Rente später bei zahlreichen Anlässen ohne erneute Fragen erhöhen.

Berufsunfähigkeit vergleichen

In kaum einer anderen Sparte sind die Beitragsunterschiede so enorm wie bei der Absicherung der Berufsunfähigkeit. Deshalb ist ein unabhängiger Vergleich über einen BU-versierten Versicherungsmakler unumgänglich, wenn man nicht zu teuer oder unpassend versichert sein will. Neben den o.g. Punkten wie Tätigkeit, Alter, Rentenhöhe, Laufzeit, Bedingungen und Gesundheitszustand spielt auch die Leistungs- oder Anerkennungsquote des Versicherers eine große Rolle.